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Jacobikirche

In drei Andachten hat Jacobi-Kantor Stefan Kordes sechs Kantaten, ein Cembalokonzert und das Doppelkonzert für Violine und Oboe von Johann Sebastian Bach präsentiert. Anlass waren die zweiten Bach-Tage St. Jacobi. Die ersten Bach-Tage fanden im vergangenen Jahr kurz vor dem Lockdown im Oktober statt, diese nun in der Phase der Auferstehung des kulturellen Lebens.

Bei allen Beteiligten war die große Freude an der Musik und am Musizieren zu spüren: bei den Mitgliedern des Göttinger Barockorchesters mit Henning Vater, den Gesangssolist:innen Anna Nesyba, Nicole Pieper, Clemens Löschmann und Thomas Laske, und auch dem musikalischen Leiter Stefan Kordes genauso wie den Besucher:innen an den drei Aufführungsterminen in der Jacobikirche, die jeweils im Rahmen des Erlaubten voll besetzt war. Im Schlussapplaus am Sonntag steckte viel mehr als der Beifall für einen überaus gelungenen musikalischen Auftritt. Die große Freude und Dankbarkeit waren förmlich greifbar.

Bei der Auswahl der Kantaten stand sicher die Besetzung im Vordergrund: möglichst wenig Bläser, um den Corona-Auflagen zu genügen. So war Annette Berryman mit ihrer Oboe und Oboe d’amore die einzige Bläserin im Ensemble. Während die Kantaten am Freitag BWV 32 „Liebster Jesu, mein Verlangen“ und BWV 158 „Der Friede sei mit dir“ für eine andere Zeit im Kirchenjahr bestimmt sind (Epiphanias und Ostern), passten die übrigen Kantaten gut in die Trinitatis-Zeit.

Der inhaltliche Bogen wurde von Hendrik Munsonius in seinem geistlichen Wort am Samstag und der Predigt am Sonntag geschlagen: er ging auf die Fragen ein, die Immanuel Kant gestellt hatte: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Die Antworten fand er unter anderem in den Texten zu den Kantaten.

Für diese hatte Stefan Kordes ein Gesangsquartett zusammengestellt, das nicht nur perfekt harmonierte, sondern die Texte so gestaltete, dass der Gesang und das geistliche Wort eine inhaltliche Verbindung eingingen. Anna Nesybas glockenreiner Sopran berührte die Seele mit der Choralstrophe „Ich bitte dich, Herr Jesu Christ“ in der Kantate BWV 166; der warm timbrierte Alt von Nicole Pieper sang die Arie „Jesu, der aus großer Liebe“ in BWV 165 wunderbar emotional, der Tenor von Clemens Löschmann überzeugte in der Arie „Durchs Feuer wird das Silber rein“ und der in allen Lagen stets sichere Bass von Thomas Laske gestaltete die Rezitative wie „Ich habe ja, mein Seelenbräutigam“ in BWV 165 ausdrucksstark. Dies sind nur einige Beispiele aus den aufgeführten Kantaten. Diese enden jeweils mit einem Choral, den die vier Solist:innen gemeinsam sangen.

Die große Freude, die Dankbarkeit und auch die Demut vor den Inhalten der gesungenen Werke waren jederzeit zu spüren. Das galt auch für die ergänzenden Instrumentalwerke: für das Cembalokonzert BWV 1054 hätte man sich vielleicht ein anderes Instrument gewünscht, das sich etwas mehr Gehör im Kirchenschiff verschaffen könnte. Im Konzert für Oboe, Violine und Streichorchester BWV 1060R spielten sich Annette Berryman und Henning Vater die Bälle zu, es war das reinste Vergnügen. Im Göttinger Barockorchester wirkten noch Julia Krikkay (Violine), Magdalena Schenk-Bader (Viola), Sibylle Huntgeburth (Violoncello) und Johannes Ragg (Violone) mit, Stefan Kordes leitete das Ensemble vom Cembalo und der neuen Klop-Truhenorgel aus.

Der nächste musikalische Termin in St. Jacobi findet am 18. Juni im Rahmen des Orgelfestivals Vox Organi statt: um 18 Uhr spielt Gerhard Weinberger Werke von Reger, Liszt und anderen.

Die Kantorei St. Jacobi ist am Sonntag, den 20. Juni im Gottesdienst um 10 Uhr zu hören. Es erklingen Kyrie und Gloria aus der Trinitatis-Messe von Josef Gabriel Rheinberger.
Der Kammerchor St. Jacobi gestaltet die Andacht am Freitag , den 9. Juli mit der Messa von Claudio Monteverdi sowie Werken von Brahms und Fauré.


Das komplette Programm der Kirchenmusik in St. Jacobi finden Sie hier auf der Sonderseite im Kulturkalender des Kulturbüros sowie auf der Homepage der Kantorei.

 

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