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NDR-Chor und das FestspielOrchester in der Stadthalle

Der „Krönungszyklus“ ist gewissermaßen das Herzstück der diesjährigen Händel-Festspiele. Denn hier lässt sich im Programm das Festspielmotto „Herrschaftszeiten! – Händel Royal“ zum 300jährigen Jubiläum der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien bestens abbilden. Während im ersten Konzert „Musik zur Krönung Georgs I.“ noch ohne Händel auskommen musste, konnte George II. auf Kompositionen des neuen britischen Staatsbürgers Georg Friedrich Händel bauen. Und seit der Uraufführung der „Coronation Anthems“ fehlt diese Musik bei keiner Krönungsmesse in Westminster Abbey. Und darum darf diese Musik auch bei den diesjährigen Festspielen nicht fehlen.

Mit der Aufführung wurde der NDR Chor beauftragt. Das FestspielOrchester Göttingen ist längst ein guter Partner des Chores geworden, zuletzt begeisterten beide Ensembles mit dem Oratorium „Joshua“, zunächst in Hamburg und London, dann auch zu Beginn der Festspiele in Göttingen. Nun sind die „Coronation Anthems“ ein wenig zu kurz für ein abendfüllendes Programm. Laurence Cummings wählte deshalb weitere Werke aus, die weit mehr waren als nur „Programmfüller“: das Konzert Es-Dur für Oboe, Streicher und Basso continuo war genauso ein Höhepunkt wie die Sinfonia concertante A-Dur für Violine und Violoncello mit Orchester vom selben Komponisten. Johann Christian Bach hatte seine Erfahrungen mit „Herrschaftszeiten“ am Hofe Friedrichs II. gesammelt, bevor er zunächst nach Italien und später nach London zur Königin Sophie Charlotte ging. Insofern passt dieser Komponist der Frühklassik gut zum Festspielmotto.

Im Oboenkonzert präsentierte Susanne Regel ihre Barock-Oboe und ihr Können. Ihr warmer und farbenreicher Ton begeisterte das Publikum in der nahezu ausverkauften Stadthalle.

In der Sinfonia concertante traten zwei Mitglieder des Festspiel-Orchesters als Solisten auf: Konzertmeisterin Elizabeth Blumenstock und die Cellistin Phoebe Carrai begeisterten mit ihrem Zusammenspiel. Bach hat in seiner Sinfonia ein Zwiegespräch der beiden Instrumente vorgesehen. Dieses „Gespräch“ verlief in unglaublicher Eintracht und Harmonie.

Während des ganzen Konzertes stand ein Orgelpositiv am Rande der Vorbühne der Stadthalle. Erst zum Orgelkonzert op. 7 Nr. 4 d-Moll von Händel wurde es in die Mitte der Bühne geholt. Händel hatte in Italien einmanualige Chororgeln ohne Pedal kennengelernt und solche Instrumente in ähnlicher Art in England vorgefunden. Sein Orgelkonzert ist also nicht für eine große Kirchenorgel geschrieben. Wer nun das Instrument in der Stadthalle anfangs milde belächelt hat, weil es im Konzert zunächst schlicht und getragen erklang, musste sich schnell eines Besseren belehren lassen: Organist Jürgen Essl spielte im Verlauf des Konzertes zur Hochform auf und zauberte auf der „kleinen Truhe“ Klänge, die man diesem Instrument wahrlich nicht für möglich gehalten hatte.

Trotz dieser Höhepunkte wurde dem NDR Chor und den „Coronation Anthems“ nicht die Show gestohlen: der Klang dieses Chores ist perfekt. Auch, wenn nur kleine Gruppen wie zum Beispiel der erste Bass mit seinen vier Sängern anstimmt, entsteht ein homogener Klang. Die kurzen solistischen Passagen in „My heart is inditing“ wurden gar nur zweifach besetzt. Das würde ein Laienchor nie wagen, weil sich die Stimmen in diesem Fall nur schwer mischen. Nicht beim NDR-Chor, den sein Leiter Philipp Ahmann gut vorbereitet hat.

Laurence Cummings stimmte Chor und Orchester perfekt ab und erzeugte so eine großartige Klangvielfalt. Mit dem Anthem „Zadok the Priest“, dem unangefochtenen Glanzstück der Reihe, wurde der Abend beschlossen. Festlich gestimmt entließen die Musiker das Publikum, das sich allerdings erst nach jubelnden Ovationen verabschiedete.

Der Zyklus findet am Pfingstmontag seinen Abschluss: „Requiem für einen König“ lautet die Überschrift dieses Konzertes, in dessen Mittelpunkt das „Oratorium auf das Absterben des Königs von Großbritannien Georg I.“ von Johann Mattheson steht. Das Konzert mit dem Vocalconsort Berlin und dem Händelfestspielorchester Halle beginnt um 18 Uhr in der Göttinger Stadthalle.

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