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Bach vs. Sandström mit dem Kammerchor Hannover

Der schwedische Komponist Sven-David Sandström hat sich in vielen seiner Kompositionen Johann Sebastian Bach als Vorbild genommen. So hat er zum Beispiel die Motetten des Thomaskantors neu vertont. Diese Gegenüberstellung der alten und der neuen Komposition lädt geradezu ein zu einem Konzert mit Werken beider Komponisten. Ein Konzert mit Kompositionen Sandströms und Bachs ist jedoch nur selten zu hören. Denn gehören Bachs Motetten schon allein zu den eher anspruchsvolleren Werken der Chorliteratur, überfordern die überaus spannenden Neukompositionen Sandströms jedoch das Können der meisten Laienchöre. Nicht jedoch das des Kammerchor Hannover.

Seit einigen Jahren ist dieser 24köpfige Chor regelmäßig zu Gast in Göttingen. Der Enkel des Stadtkantorei-Gründers Stephan Doormann hat diesen Chor im Jahr 2007 gegründet. Das Ensemble besteht überwiegend aus Musikstudenten, dementsprechend gibt es durchaus Fluktuation. Dennoch hält Doormann den Chor seit Jahren konstant auf höchstem Niveau mit professionellem Anspruch.

Und so konnte der Kammerchor Hannover auch in diesem Jahr in der Göttinger Corvinuskirche seine Klasse beweisen. Die komplexe Tonsprache Sandströms sang der Chor mit einer Leichtigkeit und Virtuosität, dass einem beim Zuhören bisweilen der Atem stockte: die lupenreine Intonation, perfekte Artikulation und die unglaubliche Bandbreite der Dynamik waren sensationell. Die Gegenüberstellung zu den Motetten Bachs gelang auch deswegen, weil auch hier der Chor virtuos und mit derselben Leichtigkeit sang. Den Zuhörern erschlossen sich auf diese Weise beide Komponisten gleichermaßen.

Der Chor war durchweg hoch konzentriert und reagierte auf noch so kleine Nuancen im Dirigat Doormanns. Obwohl das Göttinger Konzert der Abschluss mehrerer Auftritte mit dem Programm war, war von Müdigkeit nichts zu spüren.
Ermüdend waren jedoch ein wenig die Einblendungen von Photographien: die Gegenüberstellung von Alt und Neu sollte auf zwei Ebenen erfolgte. Während das der Musik dank der hochklassigen Wiedergabe spielend gelang, erschien der Versuch, diese Kombination zu visualisieren, eher bemüht. Bildern mit sakralen Motiven aus Bachs Zeit wurden moderne Lichtwürfel gegenübergestellt. Die Allegorie zu Bach ließ sich leicht herstellen. Die Musik Sandströms auf beleuchtete Kuben zu reduzieren, wird ihm und auch der Sache nicht gerecht.

Zum Glück stand aber die Musik im Vordergrund: die Motetten „Singet dem Herrn ein neues Lied“, „Jesu, meine Freude“ und „Fürchte dich nicht“ von Johann Sebastian Bach sowie die Motetten „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf“, „Komm, Jesu, komm“ und „Lobet den Herrn alle Heiden“ von Svend-David Sandström begeisterten das Publikum in der gut gefüllten Corvinuskirche.

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