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Jazz-Festival

Irgendwo ist da immer noch die junge Frau, die im Herbst 1969 ihren ganzen Mut für ein Casting zusammennahm. „Ich hab‘ jehört, du sollst jut sein“, hatte ihr Klaus Lenz, der Nestor der DDR-Jazzszene am Telefon verkündet. „Nie im Leben wieder habe sie sowas durchmachen wollen“ berichtet die Sängerin mit der grandiosen Stimme, die im Alten Rathaus von einer entscheidenden musikalischen Begegnung erzählt, die sie dann auch „wie einen Sechser im Lotto“ empfunden habe. Später soll die Stimme am Telefon erklärt haben, „Ich hab‘ da ‘ne Sängerin, sieht aus wie ‘ne Sekretärin, aber die singt, das hat die Welt noch nicht gehört: Glasklar, glockenrein.“ Fast hat es den Anschein, als ob Uschi Brüning immer noch ein bisschen ins Staunen gerät, dass sie damals das grässliche Lampenfieber überstand, die zittrigen Knie und die Unsicherheit. Aber auch dafür spricht schon der Titel ihrer Biografie „So wie ich“. In der geben sich Selbstbewusstsein und Selbstzweifel immer wieder die Hand wenn es um dieses leidenschaftliche Engagement geht, mit dem sie auf der Bühne das musikalische Gespräch mit ihren Musikern sucht. Auch dafür wurde sie bereits in der DDR als Jazz- und Soulsängerin gefeiert.

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