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Mysteriensonaten in der Nikolausberger Klosterkirche

Von Heinrich Ignaz Franz Biber hört man nur selten. Es sei denn, ein Musiker wagt sich an seine Rosenkranzsonaten, diesen berühmten Zyklus für Violine. Antonius Adamske begrüßte die Zuhörer in der Nikolausberger Klosterkirche dann auch mit dem Hinweis auf ein Außenseiterkonzert. Von einem Komponisten, der im 17. Jahrhundert auch als Violinvirtuose sehr geschätzt war und heute in Konzertprogrammen kaum mehr vertreten ist, berichtet der Göttinger Musiker und Chorleiter. Eine Ausnahme bilden seine 16 musikalischen Gebete, die ursprünglich als Mysteriensonaten bezeichnet wurden, weil er die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes vertonte, die die Geschichte Jesu symbolisieren. Die Vorstellung, dass das früher die Gläubigen nach dem Hören des Bibeltextes ihre Gebete sprachen und dazu diese Musik gehört haben, verbindet Adamske mit diesem Konzert in vorweihnachtlicher Stimmung, bei dem er Hennig Vater an der Orgel begleitet.

Der Göttinger Geiger und Barockspezialist spielt die ersten fünf Rosenkranzsonaten mit den musikalischen Gebeten über der Geburt Jesu. Faszinierend ist bereits der Klangkosmos, den Biber im Sinn hatte, indem er jede Sonate mit einer eigenen Klangstimmung, der so genannten Skordatur versah. Um einen besonderen Klangeffekt zu erzielen, wurden die einzelnen Saiten umgestimmt. Mit vier Violinen widmet sich Hennig Vater diesem Kosmos und den darin schimmernden musikalischen Gebeten. In der ersten Sonate über die Verkündigung der Geburt Christi haben ist es ein wärmender Klang. Für die Bibelszene in der Maria ihrer Nachbarin Elisabeth begegnet, wählte Vater eine Barockvioline, die das Gespräch der beiden Frauen wunderbar dialogisch zum klingen bringt. Von den Stimmen der Andacht, der Freude und der Bewegtheit bei der Geburt Christi erzählt er auf einem weiteren historischen Instrument. In ihren berührend dunklen Klangfarben klingt seine zeitgenössische Kopie einer Nicolo Amati Geige wie geschaffen für Bibers Portrait Christi im Tempel Ciacona.

Auch tänzerische Motive von Anmut und Grazie schimmern in diesen musikalischen Gebeten, denen sich die beiden Musiker mit Hingabe widmen: Melodien, die strahlen und beschwingen, um in der Klosterkirche mit der Stimmen der Andacht und der Kontemplation auch zu emotionalen Kosmos zu verschmelzen.

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