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Maurice Steger bei den Händel-Festspielen

In der Aula am Wilhelmsplatz beschwingt das Leitmotiv „La Pastorella“ für ein kammermusikalisches Fest am Sonntagvormittag. Oboe und Flöte drehen schwingend ihre Kreise mit Fagott und Violine. Das Cembalo grundiert diese melodischen Höhenflüge mit den vielen luftigen Wirbeln und Verzierungen. Gern übernimmt auch das Fagott den Continuo-Part und setzt seine dunkelfarbigen Akzente, wenn nun die Blockflöte und die Violine einer Melodielinie folgen, um sie dann der Geige zu überlassen.

Man könnte von einer zauberhaften Klangatmosphäre sprechen, die Maurice Steger und sein Ensemble hier in perfekter musikalischer Feinabstimmung gestalten. In diesem Sinne lässt sich wunderbar schwärmen über eine Gemeinschaft von Klangmalern, die sich auf ihrer Wanderung durch die barocken musikalischen Landschaften mit Maurice Steger viel zu erzählen haben. Xenia Löffler ( Oboe, Blockflöte), Marco Postinghel ( Fagott), Nadja Zwiener ( Violine) und Naoki Kitaya ( Cembalo), die ihr Publikum an seiner Seite so zauberhaft beschenken.

Anders als in früheren Konzerten mochte der Schweizer Blockflötenvirtuose diesmal nicht den Ton angeben, sondern mit seinen ebenso virtuosen Musikerkollegen gemeinsam in die Klangfarben und Kontraste der Instrumente eintauchen. Es ist diese schöne Mehrstimmigkeit, die in den Kompositionen von Turini und Fasch, Vivaldi, Caldara und Telemann aufblüht, In die wollte sich Steger gerne vertiefen, wie er nach dem umjubelten Konzert erzählt. Weg von den „Solokracher“-Blockflötenkonzerten, sagt er, sei es sein Wunsch gewesen, die Blockflöte im originellen, auch erwachsenen Kontext der Konversation mit anderen Instrumenten auf eine ganz andere Weise zu präsentieren. Und so nimmt die Blockflöte in dieser filigranen Pastorella Atmosphäre von sonnigen, temperamentvollen und melancholischen Wohlklängen auch die Farbigkeit der Oboe an, gleitet in die Umarmung der Streicherstimme und atmet mit den Schwingungen des Fagott, das dann mit schimmernden Tönen zu einer weiteren Wendung der Melodielinie aufbricht, um jetzt erneut die Geige anzulocken oder den Dialog mit der Oboe aufzufrischen.

Von einem sehr komplexen und wahnsinnig inspirierenden Miteinander schwärmt der Schweizer Musiker, der seine musikalischen Wandergefährten immer wieder umarmt, sich auch gern vor ihnen verbeugt und seine Kolleginnen mit spontanen Handküssen erfreut. Steger ist auch ein charmanter, liebenswerter Erzähler, der immer wieder für Momente ein Gefühl der Leichtigkeit des Seins herbei zaubert und den langen und vermutlich oft auch mühsamen Weg bis hin zu dieser perfekten musikalischen Feinabstimmung ganz einfach wegblendet. Damit nur noch die Musik beflügelt. Zauberhaft!!

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